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FU-Projekte 2015

 


 

[ Viscri începe - Sockenstrickerinnen in Rumänien ]

Viscri începe - "Viscri startet" - so lautet der Name und gleichzeitig das Motto des Frauenvereins, der vor 14 Jahren im rumänischen Dorf Viscri gegründet wurde. Der Frauenverein „Viscri startet“ produziert seit 2001 handgestrickte Socken, welche mittlerweile in Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz verkauft werden. Was den Verein ausmacht, sind die Sockenstrickerinnen, die mit ihrer täglichen Arbeit zur Wertschöpfung der Initiative beitragen. Gewinn entsteht dabei primär in Form von sozialem Wert für die Frauengemeinschaft vor Ort.

Unsere Projektgruppe, bestehend aus sieben Studentinnen und Studenten des Master-Studiengangs Osteuropastudien, beschäftigt sich im im Rahmen einer interdisziplinären Lernwerkstatt mit dem sozialwissenschaftlichen Aspekts des Frauenvereins in Viscri. Ziel unserer Arbeit ist es die Besonderheiten dieses Vereins zu ergründen und herauszufinden, wie es die Sockenstrickerinnen geschafft haben in einer tendenziell benachteiligten und provinziellen Region Osteuropas aus eigener Kraft heraus eine erfolgreiche, ausschließlich von Frauen geprägte Initiative zu schaffen.

Uns interessiert dabei primär die Frage nach der Entstehung der sozialen Wertschöpfungskette, die über die Arbeit des Vereins den einzelnen Frauen, sowie der Dorfgemeinschaft als Ganzes zu Teil wird. Was hat sich in den Jahren seit der Gründung des Vereins für die Frauen verändert? Unter welchen Umständen leben sie heute und wie hat ihre Eigeninitiative hierzu beigetragen?, Wie verhält es sich mit der interkulturellen Kommunikation zwischen den Frauen und der Dirfgemeinschaft untereinander ? Um dieser Fragestellung nachzugehen, werden wir im Rahmen eines Kurzfilms einzelnen Protagonistinnen in Viscri vor der Kamera bei ihrer Arbeit und im Rahmen von Interviews begleiten.

Das Dorf Viscri zeichnet sich durch eine hohe ethnische Diversität seiner Bewohner aus, da es vor rund 800 Jahren von Siebenbürgen-Sachsen als eine deutsche Siedlung gegründet wurde. Heute gehören zu den Bewohnern des Dorfes nicht mehr nur Deutsche, sondern auch Rumänen und Roma. Frauen aller Ethnien haben sich über die Zeit in den Socken-Verein integriert und leisten heute einen gleichberechtigten Teil zu der Initiative bei.

So ergeben sich nicht nur genderspezifische sondern ebenfalls interkulturelle Besonderheiten des Vereins, die wir im Rahmen unseres Filmprojekts aufgreifen möchten. Mit unserer Arbeit erhoffen wir uns Erkenntnisse darüber zu gewinnen, was eine erfolgreiche Fraueninitiative insbesondere im ländlichen Raum Rumäniens ausmacht und zur ihrer Bekanntheit beitragen.

Nach Abschluss der Reise und Fertigstellung des dokumentarischen Kurzfilms werden wir unseren Film einem breiten Publikum zugänglich machen. Wir erhoffen uns so, Signale an bestehende Fraueninitiativen und geplante Vereine senden zu können, um diese in ihrer Arbeit zu bekräftigen.

 


 

[ Gegen die Diskriminierung von Roma in Nordböhmen ]

Obwohl die Roma in Nordböhmen auf eine lange Siedlungsgeschichte zurückblicken, leben sie in völliger Abgrenzung von der tschechischen Mehrheitsbevölkerung. In Usti nad Labem wurde von den Behörden sogar eine Mauer zwischen das Roma-Viertel und den Rest der Stadt gebaut. Diese musste zwar auf Drängen der EU wieder abgerissen werden, aber Anfeindungen gegenüber der Roma gehören zum Alltag und es kommt immer wieder auch zu gewaltsamen Ausschreitungen.

Wir möchten durch eine Fotoausstellung auf diese Zustände aufmerksam machen und die Ursachen erforschen, welche dazu geführt haben. Dazu werden wir Anfang April nach Nordböhmen fahren, um Fotomaterial zu sammeln, Expertengespräche zu führen und herauszufinden, wie Roma und Tschechen die Situation wahrnehmen. Dabei möchten wir uns vor allem an den Fußballverein FK Chanov wenden, um zu dokumentieren, inwieweit das Fußballspielen jungen Roma helfen kann, trotz schwieriger Lebensverhältnisse etwas zu finden, für das es sich lohnt zu kämpfen. Uns interessiert auch, wie die Spieler das Zusammentreffen mit den tschechischen Mannschaften beschreiben.

Unsere Ergebnisse werden in einem Blog dokumentiert und auf einer Fotoausstellung im Juni in Berlin zu sehen sein. 

 


 

[ Krimtataren: Die Fremden in der Heimat? ]

Sicherheit, Vertrautheit und Zugehörigkeit – das bedeutet für uns Heimat. Manche Kulturen und Völker verbinden ihre Heimat jedoch mit Bedrohung und Diskriminierung. Die Halbinsel Krim ist das historische Heimatland der KrimtatarInnen, von der sie im Jahre 1944 gewaltsam vertrieben wurden. Trotz Massendeportation, Völkermord, Enteignung und der Zerstörung ihrer kulturellen Symbole, kämpfte das krimtatarische Volk jahrzehntelang friedlich und gewaltlos für ihre Rückkehr. Die geringen Kenntnisse über die Krim, Ukraine und Osteuropa führen dazu, dass wir die Ereignisse des letzten Jahres auf ein internationales Machtspiel reduzieren. Der Krieg in der Ukraine zieht die Aufmerksamkeit der Politik und Medien auf sich. Dabei werden oft einfache Menschen vergessen.

Wir wollen uns auf die einzelnen Schicksale der krimtatarischen Flüchtlinge und VertreterInnen dieser Volksgruppe konzentrieren, um die Menschen zu zeigen, die frei von äußerer Einflussnahme selbstbestimmt handeln möchten und sich eine bessere Zukunft wünschen. Durch die unmittelbaren Kontakte mit den KrimtatarInnen und VertreterInnen der Zivilgesellschaft wird ein wichtiger Beitrag zur Völkerverständigung geleistet.

Für die Durchführung des Projektes planen wir eine Reise in die Ukraine, um Interviews über die aktuelle Situation und die Zukunftsperspektive dieses Volkes durchzuführen. Anschließend wollen wir im Rahmen des Programms „Brücken bauen“ (siehe bitte gesonderte Projektskizze) die Ergebnisse der Reise auf einer Ausstellung präsentieren, zu der wir auch Gäste von der Krim einladen. Darüber hinaus werden wir eine Internetseite aufbauen, auf der unsere Eindrücke und Resultate für eine breitere Masse zugänglich sein werden.

Das Projekt wird von den Studierenden der Freien Universität Berlin geleitet. Es findet im Rahmen des Osteuropa-Instituts der Freien Universität Berlin in enger Kooperation mit dem e. V. Ostblick, der GfbV (Gesellschaft für bedrohte Völker) sowie ICATAT (Institute for Caucasica-, Tatarica- and Turkestan Studies, Magdeburg) statt.

 


 

[ Vergessene Fronten: Bergkarabach als Blog ]

Bergkarabach ist die deutsche Bezeichnung für eine Region im heutigen Azerbaijan, deren Einwohner*innen hauptsächlich armenischer Herkunft sind. Bis 1994 tobte ein Bürgerkrieg in dem Gebiet, das sich 1991 unabhängig erklärte. Heute ist es in den deutschen Medien still geworden um Bergkababach. Ein Grund mehr, diese Region genauer zu betrachten, vor allem, da es durchaus spannende Entwicklungen in Bergkarabach gibt, die einer eingehenden Betrachtung wert sind. So zum Beispiel die für Mai 2015 angekündigten Wahlen in dem "Staat", der bis heute von keinem Land offiziell anerkannt ist.

Wir planen, im April 2015 Georgien, Aserbaidschan und Armenien zu besuchen und euch digital mitzunehmen auf unsere Reise. Dazu erstellen wir einen Blog mit Reiseberichten, Interviews, Artikeln und Videos auf dem ihr unsere Erfahrungen miterleben und die Region näher erfahren könnt. Interviewpartner*innen sind Menschen, die im Südkaukasus leben, Politiker*innen, Bürgerkriegsflüchtige, wissenschaftliche Expert*innen aus Armenien und Azerbaijan.

Im Juli 2015 möchten wir alle Interessierten nach Berlin zu einer Vorstellung unseres Blog und spannenden Diskussionen mit Menschen aus der Region einladen.

Um unser Projekt zu realisieren, benötigen wir Eure Unterstützung. Werdet Teil dieser Lernerfahrung und helft uns, die Region Bergkarabach ein Stück weiter in die Öffentlichkeit zu rücken.